Ich habe jetzt vereinbarungsgemäß meine Kündigung zum 31.05.2014 bei meinem Arbeitgeber abgegeben.

Nach unserer Auszeit möchte ich gerne noch für 12 - 15 Jahre anspruchsvoll arbeiten und habe dafür bei meinem jetzigen Arbeitgeber auch schon ein Gespräch vereinbart. Ob ich dann wieder eingestellt werde, ist aber offen.

Also, wer ab dem 01.09.2015 in seiner Firma Verstärkung für das Qualitätsmanagement, das Produktmanagement oder im technischen Einkauf sucht, darf mich auch gerne zu einem Gespräch einladen!

Weitere Informationen über meine Qualifikationen und über meine Person sind jetzt zu finden im Menü "Über uns".

Die alte Pinne ist jetzt die neue für die Langfahrt. Sie war beim Kauf des Hanseaten in einem erbärmlichen Zustand und hatte nur noch wenig Lack. Mein Schwiegervater war so lieb und hat uns eine neue Pinne aus zwei Holzarten verleimt, die wesentlich schöner aussieht. Für die Windsteueranlage müssen wir jetzt einen zusätzlichen Beschlag für eine Steuerkette montieren, und der Pinnnenausleger kann dadurch nicht mehr in seinem Halter fixiert werden. Deshalb haben wir die alte Pinne abgezogen und neu lackiert. Die alte original Pinnenverlängerung wurde auch wieder montiert. Damit könnten wir geschützt unter der Spritzkappe steuern, wenn die Windsteueranlage und der elektronische Autopilot ausfallen sollten. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich die unbehandelte Ersatzwindfahne lackiert, die als Alternative zu der weiß lackierten Windfahne benutzt werden kann. Als Ersatz dient jetzt auch unsere geleimte Pinne mit dem Pinnenausleger.

 

Jetzt muss ich mich leider wieder mit der von Beilken Sails GmbH gelieferten Rollreffgenua beschäftigen, da heute die Ergänzung zum Gutachten vom 26.08.2013 gekommen ist.

Für unsere Fahrtgebietserweiterung hat unsere Kaskoversicherung kurz nach dem Einlagern unserer Amazone einen Sachverständigen aus Hamburg  geschickt, um sie auf die Tauglichkeit für die lange Fahrt zu prüfen. Das Baujahr 1971 hat bei der Entscheidung sicherlich auch eine Rolle gespielt.

Jetzt haben wir das 10 Seiten lange Gutachten bekommen, in dem folgende Punkte überprüft wurden:

1. Riggcheck (inklusive laufendes und stehendes Gut)

2. Ruderanlage

3. Kiel/Rumpfverbindung

4. Ventilsysteme unterhalb der Wasserlinie

5. Elektrische Systeme

6. Gasanlage

7. Feuersicherheit

8. Lecksicherheit

9. Rohr-/Schlauchsysteme

10. Motorenanlage

11. Antriebswelle

und hier ist die Zusammenfassung:

" Mit dem Vorbehalt der Ausrüstung der Schläuche gemäß Punkt 4 und der sicheren Installation der Flüssiggasanlage gemäß Punkt 6 ist die Segelyacht Hanseat 70 AMAZONE in gutem bis sehr gutem Zustand.

Nach Abschluss der o.g. Reparaturarbeiten/Umrüstungen wird der Eigner anhand von Fotos nachweisen, dass die Arbeiten korrekt ausgeführt sind."

Punkt 4 habe ich schon erledigt. Da sollte ich einzelne schwere Edelstahl-Schlauchschellen durch zwei normale Edelstahl-Schlauchschellen ersetzen.

Punkt 6 werde ich noch machen, obwohl die Anlage 2007 in Bremen eine Neuabnahme bestanden hat und im April 2013 in Bremerhaven von einem anderen Sachkundigen die Nachprüfung für zwei weitere Jahre bestanden hat. Die Maßstäbe sind halt unterschiedlich, aber es ist auch meines Erachtens eine Verbesserung angebracht.

So haben wir eine Bestätigung bekommen, dass unser Boot für unser Vorhaben geeignet ist.

 

 

Mit bis zu 12 Farbschichten im Wasserpassbereich habe ich heute die Arbeiten am Unterwasserschiff abschließen können.

Da wir mit einiger Zuladung rechnen können, mussten wir unseren weißen Wasserpass etwas schlanker machen. Normalerweise schaut unser Ruderblatt etwas aus dem Wasser, aber das wird in der kommenden Zeit wohl kaum noch vorkommen.

Nach dem Anschleifen des unteren Wasserpasses habe ich fünf Schichten Primocon aufgetragen, damit der Bereich richtig wasserdicht wird und die darunter liegende Lackierung zukünftig keine Blasen bekommt. Danach wurde das Primocon mit einer Schicht rotem Antifouling vorgestrichen.

Auch die anderen Bereiche des bereits geschliffenen Unterwasserschiffes, an denen die erste schwarze Schicht Antifouling durchschimmerte, wurde mit einer Schicht rotem Antifouling vorgestrichen.

Danach folgten vier komplette Anstriche und zwei extra Anstriche am Bug-, Heck- und Wasserpassbereich sowie an der Unterkante und am Ruder.

 

Insgesamt 11,5 ltr. Antifouling habe ich bei dieser Vorbereitung verarbeitet.

Dies alles ist notwendig, da unser Boot drei Mal so lange wie üblich im Wasser sein wird und im Vergleich zu unserer letzten Saison ca. acht Mal so viel Seemeilen zurücklegen wird.

Früher war ordentlich Gift in den Farben um Algen- und Seepockenbewuchs zu verhindern, und man hat nicht so viel Farbe gebraucht. Bei unserer Farbe ist im wesentlichen nur noch etwas Kupfer drin und das Blei wurde durch Zinn ersetzt, etc. Dadurch kann schnell Bewuchs stattfinden, und um das zu verhindern poliert sich die äußerste Schicht der Farbe durch das Wasser langsam ab.

Soweit die Theorie, und in den letzten zwei Jahren, seit dem wir diese Farbe nehmen, hat das für jeweils eine Saison sehr gut funktioniert. Wir sind schon gespannt, wie das bei der langen Reise funktionieren wird.

Wenn sich Algenschleim bildet, werde ich wohl beim Ankern mal mit einem Schleiffließ etwas nachhelfen müssen, oder das Boot wird aus dem Wasser geholt und mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet. Neu streichen möchte ich jedenfalls möglichst vermeiden.

Wir haben heute unseren Internationalen Bootsschein vom Deutschen Segler-Verband und die aktuelle Zuteilungsurkunde von der Bundesnetzagentur erhalten. Damit sind unsere Schiffspapiere so gut wie vollständig.

                                

Der Internationale Bootsschein gilt für zwei Jahre als Eigentumsnachweis und muss dann verlängert werden. Die Zulassungsurkunde ist erforderlich für unsere Sendefunkanlagen und ist so lange gültig, bis sich etwas ändert.

Die aktuellen Bescheinigungen von der Kasko- und Bootshaftpflichtversicherung kommen im April, und da unsere Prüfbescheinigung für Flüssiggasanlagen nur bis zum April 2015 gültig ist, werden wir sie auch noch mal erneuern. In Deutschland ist sie zwar noch nicht Pflicht, aber in einigen anderen Ländern.

Pflicht für uns sind auch noch unsere Sportbootführerscheine und der Stempelabdruck, dass ich eine Prüfung nach dem Waffengesetz gemacht habe, um Signalmunition mitführen und bedienen zu dürfen. Für die UKW-Sprechfunkgeräte ist auch noch das Beschränkt gültige Funkbetriebszeugnis Pflicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Führerscheine für Yachten sind für uns keine Pflicht, da wir keine Chartergäste mitnehmen werden. Den Ausweis über das Kleinfahrzeugkennzeichen vom Wasser- und Schifffahrtamt ist nur nötig, wenn wir in Deutschland auf Binnenwasserstraßen fahren wollen. Das war bis jetzt erst ein Mal vor vielen Jahren der Fall.

Die Standerscheine bestätigen die Eintragung in den Vereinsregistern, bei denen wir Mitglied sind. In Fällen, in denen der Internationale Bootsschein als Eigentumsnachweis nicht anerkannt wurde, hat auch schon mal der Standerschein von Trans-Ocean geholfen, da das Papier amtlicher wirkt und er vier- statt dreisprachig ist.

 

 

 

 

 

 

 

      

 

  

 

 

Die Baubescheinigung vom Germanischen Lloyd nehmen wir anstelle der CE-Konformitätserklärung mit, die bei neueren Schiffen Pflicht ist. Neuere Schiffe müssten auch noch einen Nachweis mitführen, dass die Einfuhrumsatzsteuer abgeführt worden ist. Für alle Fälle werden wir aber dafür auch noch eine Kopie unseres Kaufvertrages mitführen. Das sollte dann wirklich reichen. 

Sorry, ich habe noch die Crewliste vergessen, die normalerweise beim Einklarieren verlangt wird. Sie wird dann natürlich mit unserem Schiffsstempel versehen, damit sie wie ein offizielles Dokument wirkt.

Unsere neuen Reisepässe und die Impfausweise  dürfen wir bei unserer Abreise natürlich auch nicht vergessen.

 

 

 

   

   

 

    

 

 

 

Wir haben jetzt ein Standard-Solarpanel mit 100 Watt Leistung zum Einhängen in die Reling umgebaut. Mit den "Fensteraufstellern" lässt sich auch der Winkel zur Sonne einstellen.

Der Einsatz ist in erster Linie beim Ankern und bei Schwachwind, wenn der Windgenerator und das andere Solarpanel am Heck nicht genug Leistung bringen.

     

 

... aber zum Glück nicht bei uns, im Film "All is lost" mit Robert Redford ist alles verloren.

Wir haben uns gestern den Film "All is lost" mit Robert Redford angesehen und waren sehr beeindruckt. Es war im Kino die ganze Zeit über so still, dass wir uns noch nicht mal getraut haben, zu flüstern. Nach dem Filmende hat es auch lange gedauert, bis sich die ersten Zuschauer von ihren Sitzen erhoben. Sehenswerter Film.

Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass uns all das so widerfährt, wie es dem Einhandsegler Robert Redford passiert ist, aber wir werden sicher auf unserer Reise an die eine oder andere Szene erinnert werden. Hoffentlich nicht an die schlimmsten - immerhin gab es auch schöne Sonnenauf- und -untergänge zu sehen!

Copyright: SquareOne/Universum

Wir haben in der Zwischenzeit die Zuteilung einer MMSI-Nummer beantragt, bei der unsere Schiffsdaten und Daten von Kontaktpersonen hinterlegt sind. Zur Aussendung dieser Nummer werden wir eine EPIRB-Funkboje kaufen, die im Seenotfall zusätzlich auch unsere Position über Satellit weltweit an SAR-Organisationen wie der DGzRS zur Einleitung von Hilfsmaßnahmen übermittelt. Auch unser neues stationäres UKW-Funkgerät und das zusätzliche schwimmfähige UKW-Handsprechfunkgerät können diese Nummer zusammen mit unserer Position an Schiffe in einem Umkreis von 30 Seemeilen senden. Auch unser stationärer AIS-Sender (Automatisches Identifizierungs System) verrät anderen Schiffen ständig unsere Position und unsere MMSI-Nummer.

Wenn wir dann im Seenotfall in unsere Rettungsinsel gehen müssten, hätten wir dann noch neben den Seenotmitteln, die Robert Redford benutzt hat, auch noch ein wassergeschütztes Satellitentelefon mit GPS, ein wasserdichtes Hand-UKW-Sprechfunkgerät mit GPS und digitalem Notruf sowie jeweils einen AIS-Sender mit MOB-Funktion (Mensch über Bord) an unseren Rettungswesten. So erhöht sich die Chance, von anderen Schiffen bemerkt zu werden.

Diese Sicherheitsausrüstung war für unsere Langfahrt auch schon vor dem Kinobesuch lange geplant.