Dienstag, 14.07.2015

 

"Morgenstund hat Gold im Mund" - oder "Wie rede ich mir die Tide schön?" Jedenfalls hat uns die Tide heute mal wieder zu Frühaufstehern gemacht. Ganz pünktlich um sechs Uhr legten wir in Brighton mit dem Ziel Dover ab. Gestern hatten wir schon das Liegegeld abgerechnet. Pro Tag waren umgerechnet 48 Euro fällig, inklusive Wasser, Strom und Duschen. Ebenfalls gestern haben wir uns schon von Klaus von der "Lubini" verabschiedet. Unsere Wege trennen sich vorerst, wir hoffen aber sehr, dass wir uns in der nächsten Woche noch einmal wiedersehen.

In der Nacht hat der Wind abgeflaut und bei vier bis fünf Beaufort raumem und später achterlichem Wind sind wir mit dem Tidenstrom flott unterwegs. Der Himmel ist bedeckt, zeitweise nieselt es, und wir sind in unserem Ölzeug wasserfest verpackt. Später klart es noch auf, doch richtig schönes Segelwetter sieht anders aus. Die Amazone legt die 65 Seemeilen in genau neun Stunden zurück und kommt dabei auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über sieben Knoten! Die solide Lady ist nun wirklich keine Rennziege, aber heute hat sie mal wieder Yachten hinter sich gelassen, die eigentlich schneller segeln müssten als sie. Das macht Spaß und hat sicher auch mit unserem immer noch aalglatten Unterwasseranstrich zu tun. Vielleicht ist sie auch einfach nur gut im Training, nach den vielen Marathontörns, die sie bewältigt hat? Oder sie riecht schon den Stall und galoppiert der Heimat entgegen?

Wir nähern uns übrigens dem Heimathafen mit großen Schritten: Seit heute befinden wir uns wieder auf der östlichen und nicht mehr auf der westlichen Halbkugel.

Seit einiger Zeit ist wieder der Reeds Nautical Almanac das meistgelesene Buch bei uns an Bord. Ihm entnehmen wir, dass wir uns vor der Einfahrt in den geschäftigen großen Fährhafen von Dover bei der Dover Port Control per Funk anmelden müssen. Uns wird die Einfahrt erlaubt, und wir melden uns als nächstes per Funk bei der Dover Marina an und bekommen einen Liegeplatz zugewiesen.

Das Liegegeld beträgt umgerechnet 39 Euro pro Tag, inklusive Wasser, Strom und Duschen. Anschließend unternehmen wir einen Stadtrundgang und wollen das über Dover thronende Dover Castle besichtigen. Der Eintritt würde für einen Erwachsenen umgerechnet 30 Euro betragen, es ist aber kein Einlass mehr, da die Öffnungszeit bald beendet ist. Zack, 60 Euro gespart!

 

Englands Tor nach Europa - der Fährhafen von Dover mit den berühmten weißen Klippen:

 

Dover Castle, erbaut in den 1180er Jahren:

 

Diese alte Bekannte von der Weser steht hier in der Dover Marina an Land. Sie hat wahrlich schon bessere Tage gesehen: