Freitag, 22.05.2015, 12.00 Uhr

Position 33° 53,0' N; 57° 56,7' W; Etmal: 126 Seemeilen; Rest: 1.328 Seemeilen

Gestern Nacht schlief der Wind kurz ein, so dass der Motor für zwei Stunden für unser Fortkommen zuständig war. Bei weniger als drei Knoten Fahrt im Schiff muss der Volvo aushelfen. Alsbald konnte die Genua aber schon wieder ausgerollt und die Maschine ausgestellt werden. Gegen 22 Uhr nahm der immer noch raume bis achterliche Wind soweit zu, dass auch das Großsegel gesetzt werden konnte. Seitdem preschen wir mit guten sechs Knoten Fahrt durch den nicht mehr ganz so konfus aufgewühlten Atlantik. Die Nacht war sternenklar, es gab sogar Sternschnuppen. Da habe ich mir natürlich auch etwas gewünscht. Mal abwarten, ob es in Erfüllung geht.

Als meine Wache um vier Uhr zu Ende war, bin ich todmüde in meine herrlich gemütliche Koje geklettert. Um acht Uhr hieß es dann schon wieder raus aus der Koje, schon wieder Wachablösung. Die vier Stunden kamen wir vor wie vier Minuten, und ich hätte unendlich gerne noch ein paar Stunden weitergeschlafen. Geht aber nicht, der Kapitän ist auch hundemüde, braucht natürlich auch seinen Schlaf und freut sich auch auf seine Koje.

Zum Frühstück bekam ich Besuch von Delphinen. Sie blieben eine ganze Weile, schwammen neben der Amazone her, tauchten unter ihr durch und vollführten tollkühne Sprünge.

Wir kommen gut voran, bei halbem Wind von vier bis fünf Beaufort, 21° Lufttemperatur und Sonnenschein ist es herrliches Segeln. So könnte es immer weitergehen. Idealbedingungen. Wie lange es noch so weitergeht, verrät uns gleich die Wind- und Wettervorhersage.