Drucken

Mittwoch, 22.07.2015

Gestern hatten wir mit 83 Seemeilen einen relativ langen Törn und sind erst spät hier in Ijmuiden angekommen. Nach dem netten Empfang hatten wir uns mit Simone und Dirk bei uns Bord eine Menge zu erzählen. Für heute haben wir uns überlegt, dass wir nicht gleich weitersegeln, sondern mit dem Bus einen Ausflug nach Amsterdam unternehmen. Die Wind- und Wettervorhersage bleibt für uns in den nächsten Tagen günstig, so dass einem Besuch dieser wunderschönen Stadt nichts im Wege stand.

Zweimal in der Stunde fährt der Linienbus hier in der Marina ab und ist etwa eine Stunde bis in die Innenstadt von Amsterdam unterwegs. Bei herrlichem Sonnenschein spazierten wir durch die geschäftige Großstadt und stellten fest, dass wir schon sehr lange nicht mehr so viele Menschen um uns herum hatten. Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande, hat immerhin 780.000 Einwohner und wird jedes Jahr von hunderttausenden Touristen aus aller Welt besucht. Die Stadt kann mit vielen Sehenswürdigkeiten, weltberühmten Museen und einem ebenso berühmten Rotlichtviertel aufwarten. Sie ist die Stadt der Fahrräder, Grachten und Coffee Shops.

Die Grachten, die die Stadt durchziehen, geben ihr dieses besondere Flair. Ob man nun eine Grachtenrundfahrt unternimmt oder sich das bunte Treiben auf den Kanälen von einer der unzähligen Brücken ansieht, es ist  außergewöhnlich und gibt dieser Großstadt etwas Gemütliches.

Aber nicht nur die Grachten ziehen die Touristen an. Amsterdam hat noch mehr zu bieten, was andere europäische Großstädte nicht haben - zum Beispiel die vielen Coffee Shops. In diesen Lokalen wird das Verkaufen und Rauchen von Cannabis von der Polizei toleriert. Der Handel unterliegt jedoch strengen staatlichen Auflagen und Kontrollen. An Minderjährige ist der Verkauf selbstverständlich verboten, pro Kunde darf nur eine Menge von fünf Gramm abgegeben werden, harte Drogen sind streng verboten, und nur ganz wenige Coffee Shops haben eine Lizenz zum Ausschank von Alkohol.

In einem Coffee Shop waren wir nicht, fanden uns aber plötzlich und unversehens im Rotlichtviertel wieder. Das Amsterdamer Rotlichtviertel ist eins der beliebtesten touristischen Ziele in Holland. Und das nicht, um tatsächlich "aktiv" zu werden, sondern weil Mann und Frau sich hier ganz unverbindlich umschauen kann. Das Viertel liegt mitten im Zentrum der Stadt, nichts ist abgeriegelt oder gar schmuddelig. Die leicht bekleideten (und hübschen) Damen sitzen oder stehen Tag und Nacht in Schaufenstern und gehen ganz legal ihrem Gewerbe nach. Sex Shops, Theater und Bars wie das "Moulin Rouge" oder die "Bananenbar" runden das Angebot ab. Junge Frauen, die hier in den Kneipen ihren Junggesellinnen-Abschied feiern sind genauso anzutreffen, wie japanische Touristengruppen. Vom Tourismusbüro werden auch Führungen durch das Viertel angeboten.

Uns fällt in der Nähe des Hauptbahnhofes gleich neben dem Schiffahrts Museum ein großes Gebäude auf. Mit etwas Phantasie ähnelt es einem Schiff. Es ist das NEMO, ein Technologie Museum der Wissenschaften. Das Dach ist frei zugänglich und ein beliebter Treff- und Aussichtspunkt. Auch wir genießen bei einem Kaffee die grandiose Aussicht über Amsterdam und machen uns am späten Nachmittag auf den Rückweg zurück an Bord.

 

Bei Simone und Dirk auf der "Germane":

 

 

Idyll in der Großstadt:

 

 

Straßenkünstler (einer der Akteure springt über vier Freiwillige hinweg).

 

Das NEMO mit dem belebten Dach:

 

 

Der Himmel hängt voller Segelboote:

 

Suchbild: Wo ist das Kreuzfahrtschiff?

 

Blick vom Dach des NEMO auf den Nachbau der "Amsterdam" von 1991 und das Schiffahrts Museum:

 

Der Brauch mit den Liebes-Schlössern wird auch in Amsterdam gepflegt: