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Sonntag, 26.04.2015

 

Wir waren schon mit unseren letzten Vorbereitungen für den Törn nach Anguilla beschäftigt, als die "Lubini" und dann auch die "Rote Grütze" im Gorda Sound eintrafen. Klaus kam noch für einen kurzen Austausch zu uns an Bord, und um 14 Uhr war es dann soweit - wir gingen Anker auf, winkten mal wieder den beiden Crews zum Abschied. Dann zuckelten wir durch das Mooringfeld, an der kleinen Insel Saba Rock vorbei, im flachen, betonnten Fahrwasser an Virgin Gordas Küste entlang und erreichten alsbald die offene See.

Wie vorhergesagt mit wenig Wind und Welle von vorn, fuhren wir mit Großsegel und Motorunterstützung unserem Ziel Anguilla entgegen. Die bergige Küste Virgin Gordas wurde immer kleiner und verschwand schließlich im Dunst. Wehmut stellte sich ein. Wir hatten eine sehr schöne Zeit in diesem extrem schönen Segelrevier.

Am späten Nachmittag war uns mal wieder das Anglerglück hold. Eine wunderschöne Dorade (Goldmakrele, Mahi Mahi) hat sich für unseren Köder entschieden und kraftvoll zugebissen. Es kostet Ingo einige Mühe das Tier an Bord zu bekommen. Bei der offiziellen Vermessung stellt sich heraus, dass der Fisch genau 100 Zentimeter lang ist. Mit inzwischen schon geübten Handgriffen und frisch geschärften Messern schneidet Ingo die Filets zurecht. Fisch satt für zwei Tage! So motorsegeln wir bei fast glatter See in den Sonnenuntergang. Aus dem Radio ertönt schöne Musik unseres neuen Lieblings-Senders "Tradewinds Radio" und wir lassen uns den super leckeren Fisch schmecken. Und da stellt es sich wieder einmal ein - dieses Gefühl, jetzt nirgendwo anders sein zu wollen, als gerade hier. Ein versöhnlicher Ausklang des etwas traurigen Tages.

Etwa zur gleichen Zeit feiert viele tausend Kilometer entfernt in Deutschland ein Segelverein das Ansegelfest, der Wassersportverein Woltmershausen (WVWo). Es gibt nicht nur ein besonders leckeres Buffet und die allgemeine Vorfreude auf die kommende Segelsaison, sondern auch die alljährliche "Ehrung langjähriger Mitglieder". Zumindest ein Mitglied kann die Silbernadel für 25jährige Mitgliedschaft nicht persönlich entgegennehmen, da es zurzeit das Hobby in vollen Zügen fern der Heimat genießt - ich! Glückwünsche haben mich trotzdem erreicht und zum Absegelfest wird mir die Nadel persönlich übergeben werden. Und wie es üblich ist, kreist dann auch die eine und andere Flasche mit Hochprozentigem. Versprochen!

Aber zurück zu den Geschehnissen an Bord der Amazone. Nach einer ruhigen Nacht, in der die Regenschauer so rücksichtsvoll waren, jeweils an Backbord und Steuerbord an uns vorbeiziehen, erreichten bei Sonnenaufgang kurz vor 6 Uhr nach knapp 80 Seemeilen die Ankerbucht Road Bay auf Anguilla. Nach einem kurzen Nickerchen gab es Frühstück, das Schlauchboot wurde klargemacht und Ingo fuhr zur Einklarierung an Land. Gekostet hat es nichts.

Gleich fahren wir gemeinsam an Land, vertreten uns ein bisschen die Beine und schauen wie uns der "Aal" gefällt.

 

Vorher:

 

 Nachher: