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Freitag, 26.12.2014

 

Ein bisschen steckt uns noch der Schlafmangel und die Anspannung des letzten Törns in den Knochen. Wir wollen hier in Tobago erst mal zur Ruhe kommen, dann diese schöne, ursprüngliche Insel kennenlernen und auch den Jahreswechsel hier verbringen.

Wir schwimmen vor dem Frühstück die erste Runde um die Amazone, die Bucht ist sehr geschützt, von dichtem Grün umrandet, es gibt Strand, in dem kleinen Ort Charlotteville können wir uns mit Wasser und Lebensmitteln versorgen, die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, die Fischer grüßen lachend herüber, wenn sie an uns vorbeibrausen - kurzum: Es fehlt uns hier an Nichts. Leider haben sich Isabella und Adolf gestern schon wieder von uns verabschiedet. Aber wir hoffen alle auf ein Wiedersehen.

Das weihnachtliche Kaffeetrinken bei Dörte und Paul an Bord der "man suutje" wurde dann noch auf einen schönen Abend an Land in Charlotteville ausgedehnt. Dort ist dann noch "man suutje"-Verwandtschaft, die hier ein Häuschen gemietet hat, zu uns gestoßen. So verbrachten wir alle gemeinsam einen schönen Abend bei Rumpunsch und Reggaemusik. Die Musik schallte über die gesamte Man of War Bay bis heute Morgen um kurz nach sechs. Unglaublich, was aus vier Lautsprechern herauszuholen ist...

Eine schlechte Nachricht hatten Dörte und Paul dann gestern für uns. In La Coruna hatten wir einen deutschen Einhandsegler kennen gelernt. Er wollte gerne Bücher mit uns tauschen, ich hatte aber leider noch nichts. Seitdem horte ich meine durchgelesenen Bücher für ihn. Aber zum Büchertausch mit ihm wird es nicht mehr kommen. Er ist auf seiner Atlantiküberquerung, etwa 200 Seemeilen südlich der Kanaren, in Seenot geraten, da sein Boot das Ruder verloren hatte. Er musste die Notrufbake aktivieren, um Hilfe herbeizuholen, da er den Schaden nicht beheben konnte. Einige Stunden später kam ein Flugzeug, das ihn umkreiste. Ihm wurde über UKW-Funk mitgeteilt, dass ein Öltanker und eine deutsche Segelyacht unterwegs zu ihm seien. Nach dem gescheiterten Rettungsversuch durch den großen Öltanker, konnte ihn schließlich die deutsche Segelyacht "Pamina" an Bord und mit zu den Kapverden nehmen. Wobei der Tanker hierbei Hilfe leistete und Windschatten herstellte, so dass ein Übersteigen von der havarierten Yacht auf die "Pamina" überhaupt erst möglich war. Die havarierte Yacht musste ihrem Schicksal überlassen werden.

Schluck. Wir wussten, dass es keine Garantie für eine sichere Überfahrt und ein heiles Ankommen gibt. So viele Unbekannte sind im Spiel, die schwer oder gar nicht zu kalkulieren sind. Wir hofften einfach das Beste und waren uns sehr bewusst, dass es nicht ohne Risiko ist, was wir da machen. Aber was ist schon ohne Risiko im Leben? Jetzt aber von einem Segler, den wir auch noch kurz kennengelernt haben, so etwas zu erfahren, bereitet Unbehagen und sehr großes Mitgefühl.

Hier einige Bilder unserer Atlantiküberquerung und der Ankunft in Tobago:

Baden im großen Becken:

 

 

Abendstimmung auf dem Atlantik:

 

Einer von den großen Fliegenden Fischen:

 

Diese Algen haben wir büschelweise "gefangen" - Fische deshalb leider nur einen:

 

So sieht Wache gehen im Idealfall aus:

 

Blick in die Passatbesegelung:

 

Schattenspiel:

 

Vorbereitungen für die Nacht treffen:

 

Die Nordspitze von Tobago - nach 17 Tagen herbeigesehnt:

 

 

Und wieder wird eine Gastlandflagge gesetzt. Die gelbe Flagge ("Q") zeigt an, dass wir noch nicht einklariert haben:

 

Ankerbucht Man of War Bay bei Charlotteville, Tobago:

 

Blick auf die Ankerbucht: